Ruder ABC
Rudern als Mannschaftssport
Rudern ist ein Mannschaftssport, bei dem es darauf ankommt, dass, um so ihre individuelle Bewegung zu einer Mannschaftsleistung zu kombinieren, alle Mitglieder einer Rudermannschaft den gleichen Bewegungsablauf hoch synchron ausführen. Als Mannschaftsboote für den Wettkampfsport haben sich während der Geschichte des Ruderns der Zweier, der Vierer und der Achter herausgebildet (mit und ohne Steuermann). Weiter wird zwischen dem Riemenrudern, bei dem jeder Ruderer nur ein Ruder, den Riemen, führt, und dem Skullen, bei dem jeder Ruderer über ein Paar Ruder, die Skulls, verfügt, unterschieden. Neben den Mannschaftsbooten steht der Einer zur individuellen Ausübung der Sportart zur Verfügung.
Rudertechnik
Der Bewegungsablauf des Ruderns erscheint auf den ersten Blick einfach: Eintauchen, Durchziehen, Ausheben, Vorrollen. Zur Erzielung einer gleichmäßigen, gleitenden Bewegung des Bootes, erfordert jedoch die Durchführung aller Bewegungsabschnitte eine gute Koordination der individuellen Bewegungen unter präzisem Austarieren des Gleichgewichtes. Das Erlernen einer sauberen Rudertechnik erfordert somit einiges Training, ist aber für praktisch jede/n (ab dem Schüleralter), die/der die entsprechende Motivation mitbringt, in einer überschaubaren Zeit erreichbar. Rudern ist gesund Als gelenkschonender (keine Belastung der Beine durch das Körpergewicht) Ausdauersport eröffnet das Rudern bis in hohe Lebensalter eine ausgezeichnete Möglichkeit, den Körper auf gesunde Weise zu bewegen und fit zu halten. Durch die Förderung der motorischen Hauptbeanspruchungsformen Kraft und Ausdauer werden ohne Zusatzmaßnahmen, -geräte oder -sportarten fast alle physischen Leistungsfaktoren gesteigert. Das Rudern trainiert Herz, Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel und spricht wie kaum eine andere Sportart eine breite Palette von Muskelgruppen an.
Rudern in der Natur
Rudern als Breiten- und Leistungssport wird auf unterschiedlichsten Gewässern in der freien Natur ausgeübt. Dieses ist bis auf jene Wochen, in denen die Gewässer mit Eis bedeckt sind, ganzjährig möglich. Das Rudern im eigenen Revier, der Besuch von Regatten, besonders aber die Teilnahme an Wanderfahrten auf fremden Gewässern bieten dem Ruderer Einblicke in Landschaft, Flora und Fauna aus immer wieder neuen und ungewohnten Perspektiven und sorgen so für einmalige Naturerlebnisse.
Ruderrevier
Das Ruderrevier des RCD ist die Hamburger Alster mit dem zugehörigen Kanalsystem. Das Revier ist sowohl für Trainingsfahrten in hohem Maße geeignet als auch für den Breitensport besonders reizvoll. >>Karte von den Hamburger Kanälen<< Man ist frei in der Wahl, ob man die offene Fläche der Außenalster, die auch das vornehmliche Trainingsgewässer darstellt, den Alsterlauf, die vielen Teiche, oder die alles verbindenden großen und kleinen Kanäle befahren möchte. Das Kanalsystem ist vielerorts durch malerische Villen und mehrstöckige Stadthäuser aus der Gründerzeit gesäumt und wird beinahe durchgehend von ausladenden alten Bäumen beschattet. Je nach Jahres- und Tageszeit sowie natürlich dem Wetter bietet das Hamburger Ruderrevier sehr unterschiedliche aber immer reizvolle Ausblicke. Gelegentlich unternimmt der RCD Touren zum Hamburger Freihafen, der wegen der zu beachtenden Tide und der Berufsschifffahrt höhere Anforderungen an die Achtsamkeit der Crew stellt, welche dafür aber mit detaillierten Eindrücken von Deutschlands größtem Hafen belohnt wird.
Kleine Bootskunde
Hier sollen die unterschiedlichen Bootstypen und der grundsätzlichen Aufbau eines Ruderbootes vor Augen geführt werden.
Bootstypen
Gig-Boote, Typen und Maße:
| Bootstyp | Bauart | Länge [m] | Breite [m] | Gewicht [kg] |
|---|---|---|---|---|
| Gig-Zweier | A,D | 8,25 | 1,00 | 90 |
| m. Stfr./Stm. | B, C | 8,50 | 0,78 | 65 |
| Seegig | ca. 8,50 | ca. 1,05 | 90 | |
| Gig-Vierer | A,D | 10,50 | 1,00 | ca.125 |
| m. Stfr./Stm. | B,C | 11,00 | 0,78 | ca. 90 |
| E | 11,00 | 0,90 | --- | |
| Seegig | ca. 10,50 | ca. 1,05 | ca. 140 | |
| Gig-Achter | C | 17,50 | 0,85 | 150 |
| Barke | --- | ca. 11,50 | 2,00 - 3,00 | 400 - 800 |
Grundsätzlich wird zwischen den breiteren und stabileren Gig-Booten und den für hohe Geschwindigkeiten entwickelten Rennbooten unterschieden. Im Breitensport- und Wanderruderbetrieb kommen vor allem Gig-Boote und Barken zum Einsatz.
Bei der Bauart der Gig-Boote trennt man die Typen A und B in Vollholz-Klinkerbauweise von den Typen C, D und E, die in Schalenbauweise aus Sperrholz oder Kunststoff gefertigt sind.
Aufbau des Bootes
Längsschnitt und Aufsicht auf ein Rennboot


